Auf dem Platz: Royal Dornoch, Highlands, Schottland

Wenig kann man über diesen königlichen Platz hoch im Norden der Britischen Inseln noch schreiben, was dessen Ruhm noch vergrößern könnte. Vermutlich ist es auch einfach nicht genug, Worte darüber zu verlieren, sondern nur ein Erleben ist ausreichend. Und dennoch versuche ich es, denn dieser Platz hat mich umgehauen und tut dies ganz zuverlässig jedes Mal, wenn ich die lange Anreise dorthin wieder geschafft habe.

 

Besonders empfehlenswert erscheint es mir, an den Tagen vor der Dornoch-Erfahrung noch ein paar der wunderschönen Plätze in der Nähe zu spielen: Golspie, Fortrose and Rosemarkie und vor allem Brora sind allesamt grandiose Küstenplätze, die einen sofort verstehen lassen, warum Golf in diesem Teil der Welt einen ganz anderen Stellenwert hat. Die Weite, Abgelegenheit und Offenheit der Landschaft, das naheliegende Wasser, die Beschaffenheit des dortigen Bodens ist einfach eine natürliche Umgebung für dieses Spiel. Die Menschen, die hier rund um das Spiel arbeiten, pflegen daher auch einen ganz anderen Umgang damit und mit den Gästen, die sie empfangen dürfen. Die Freundlichkeit und Herzlichkeit, die einen empfängt, wenn man die Pro-Shops der oben genannten Plätze betritt, ist fast schon irritierend, wenn man die häufig gequälte Servicementalität deutscher Golfclubs gewohnt ist.

Wenn man nun also schon ein paar Tage in der Gegend ist und die obigen Anlagen bespielt hat, dann fragt man sich, was denn da noch Tolles kommen kann. Doch ganz zuverlässig ahnt man es dann, wenn man in Dornoch spielbereit zum ersten Tee kommt und von dem schottisch-berockten Starter begrüßt wird. Aus der Ahnung wird spätestens nach dem extrem schwierigen Par 3 auf Bahn 2 Gewissheit. Man geht ein paar Meter durch die Dünen und plötzlich liegt die ganze Pracht dieses wundervollen Platzes vor einem. Zweimal schon hatte ich das Glück, im Mai eines Jahres dort gewesen zu sein. In diesem Fall sieht man die gelbe Schönheit des blühenden Ginsters bis zum Horizont des Platzes. Zugegeben: Die Bahnen 3 und 4 ähneln sich ein wenig, aber das war es dann auch schon in meinen Augen an Schwächen. Jedes einzelne Loch bleibt lange im Gedächtnis, der Zustand des Platzes ist makellos, die Grüns teilweise enorm groß und von phantastischer Qualität. Meine persönlichen Lieblingslöcher sind das mittellange Par 3 auf der 6 (Whinny Brae), das Par 5 auf der 9, das erste Loch direkt entlang der Küste, nämlich Craigliath sowie die 17 (Valley), ein Par 4, das auf drei Ebenen und mit sehr unterschiedlichen Strategien gespielt werden kann.

Zweimal schon habe ich in Dornoch zwei Runden an einem Tag gespielt und beide Male war der Verlauf ähnlich. Die erste Runde steht ganz im Zeichen des Versuchs, so gut wie möglich zu spielen und den Platz im Rahmen seiner Möglichkeiten zu bezwingen. Dieser Versuch wird zumeist scheitern, da Royal Dornoch einer der schwierigsten Plätze ist, die ich kenne, selbst dann, wenn kaum Wind eine Rolle spielt. Dennoch lohnt es sich, den Versuch zu wagen, denn es macht einfach Spaß, einen gelegentlichen Achtungserfolg zu erringen. Auf dieser ersten Runde ist häufig noch ein wenig übriger Spielbetrieb auf der Anlage, nach 10:30 Uhr starten normalerweise einige Gastgruppen, da in den Morgenstunden der Platz den Mitgliedern vorbehalten ist. Nach einem Mittagessen im hübschen Clubhaus, aus dessen Restaurant man einen tollen Blick über den Platz genießen kann, während dem die Wangen vom Naturgenuss der vorhergehenden Runde glühen, auch ohne, dass man dazu ein Pint oder ein Gläschen Whiskey trinkt, kommt man zurück auf die Anlage und findet sie in fast magischer Ruhe vor. Höchstens noch drei, vier andere Spielgruppen befinden sich auf dem Platz. Die zweite Runde hat dann nahezu etwas Spirituelles. Vollständige Ruhe umgibt einen, die Abgeschiedenheit des Ortes wird einem bewusst und das Spiel selber tritt in den Hintergrund. Es gibt dann nur dich, die Umgebung und hoffentlich gut ausgesuchte Freunde, mit denen man das Erlebnis teilt. Die Fahrt von Dornoch zurück ist voller Inspiration, innerer Ruhe und Zufriedenheit und hinter einem liegt ein Tag, den man kaum vergessen wird. 

[1] Royal Dornoch

[2] Brora

[3] Golspie

[4] Fortrose and Rosemarkie

[2] Mein Review von Royal Dornoch auf Top 100 courses: LINK

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