Auf dem Platz: Nairn, Highlands, Schottland

Ich hatte es nicht erwartet und ich konnte nichts dagegen tun: Eine neue Liebe ist in mein Leben getreten. Sie ist eine Schönheit und hat einen herausfordernden Charakter. Sie hat Klasse und Stil. Ihre Grüns sind absolut treu: Nairn.

Ich war - wie man hier ja auch nachlesen kann - nun schon einige Mal in den Highlands zum Golfspielen. Dabei hatte ich Nairn mehr oder weniger bewusst immer ignoriert. In der Vergangenheit kam es mir meistens zu teuer vor (regulär: 135 GBP / ca. 160 EUR). Da auch Dornoch permanent die Preise erhöht (immerhin liegen die mittlerweile bei 145 GBP / ca. 170 EUR für eine Runde), würden dann zwei recht happige Runden anstehen. Das versuche ich normalerweise zu vermeiden. Schon im letzten Jahr stellte ich aber fest, dass Dornoch verhältnismäßig moderate 85 GBP unter zwielichtigen Bedingungen berechnet. Diese beginnen im Mai ab 18 Uhr, so dass man ohne Probleme eine entspannte Runde hinkriegt. In Nairn gibt es hingegen ein ähnliches Angebot in der sogenannten Off-Peak-Zeit. Diese ist nach dortiger Definition von 15 - 16:20 Uhr eines jeden Tages. Da ich in letzter Zeit viel Gutes über Nairn gelesen hatte, war ich angesichts dieser Verhältnisse dann doch zu neugierig. Und das war wahrlich eine gute Sache.

Zugegeben, es mag sehr einfach sein, sich in einen Golfplatz zu verlieben, wenn man ihn an einem warmen, sonnigen Tag bei gelb-blühendem Ginster spielt. Außerdem hatte ich aufgrund der vorhergehenden Tage die ich ausschließlich den Links von Brora, Dornoch, Wick und Golspie gewidmet hatte, ohnehin schon gut Laune. Doch andererseits fand ich den Platz nach meinem ersten Spaziergang gar nicht so attraktiv. Er schien relativ voll zu sein, das Clubhaus war mir ein wenig zu amerikanisch und insgesamt war ich nicht bereit, einen neuen Lieblingsplatz zu finden.

Als es dann aber an der Zeit war, mich für meine gebuchte Startzeit zu registrieren, fand ich alles toll: Die Dame im Pro-Shop war extrem freundlich und hieß mich herzlich Willkommen. Die Übungsanlage war nett und meine Übungsschläge gingen sehr soft vom Schläger. Und als ich zum ersten Tee kam, nahm der Starter sich eine Menge Zeit, um mir den gesamten Platz zu erklären. Er wünschte mir Glück und Spaß und lächelte; das tat ich dann einfach auch.

Der Platz war in tadellosem Zustand, die Grüns waren treu und noch eine ganze Spur schneller, als die ohnehin schon rasanten Grüns der übrigen Links, die ich an den Tagen zuvor spielen konnte. Ich brauchte einige Löcher, um mich darauf einzustellen, aber dann war es großartig, auf diesen Grüns zu putten. Insgesamt ist der Kurs ein bisschen enger als Brora oder Dornoch. An einigen Stellen musste man eine kleine Weile warten, bis die benachbarten Gruppen außer Reichweite waren. Aber so schlimm war es nicht.

Der Kurs bietet eine Menge Abwechslung: Lange Par 4, die zudem mit schwierig zu treffenden, weil sie zu allen Seiten mit hängenden Grüns ausgestattet sind. Kurze Par 4, die mit einem riskanten Schuss vom Tee auch von mittellangen Spielern erreichbar sind. Mit zwei Schlägen erreichbare Par 5. Burns, die durch einige Fairways mäandern. Aber vor allem: Jede Menge bezaubernder Blicke über den Moray Firth und - vor allem vom Grün der 13 und vom Tee der 14 - über den ganzen Kurs.

Dieser Kurs gehört jetzt ziemlich weit nach oben auf meiner persönlichen Liste. Ich würde ihn direkt hinter Dornoch, aber noch vor Cruden Bay einsortieren. Auf jeden Fall werde ich bald wieder dort spielen.

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