Unterwegs: Ostküste, Tag 3: Aberdeen (Golf: Cruden Bay)

Tatsächlich war es dann aber alles andere als schlimm, was das Wetter am nächsten Tag für mich bereit hielt. Es war nicht gerade sommerlich warm und auch für das Frühjahr war es etwas zu kalt, aber dennoch war regelmäßig blauer Himmel durch die Wolken zu sehen, die sich im Laufe des Vormittags sogar noch weiter zurückzogen. Klar war also, dass ich mich auf den Weg nach Cruden Bay, ca. eine halbe Stunde nördlich von Aberdeen, machen würde.

Selten habe ich mich so sehr auf das Wiedersehen eines Platzes gefreut. Dieses Juwel in einer an Edelsteinen in Golfplatzgestalt nicht gerade armen Region ist einfach speziell. Das erste Loch käme einem eventuell noch langweilig vor, wenn man nicht schon vom Parkplatz kommend einen tollen Blick über einen großen Teil der Anlage hätte werfen können. So aber freut man sich auf das, was kommt. Ab der 2 wird der Platz dann aber auch ohnehin immer besser. An diesem Loch wartet ein sehr schwer zu beurteilender Schlag ins Grün auf den Spieler. Das Grün liegt ca. 15 Meter erhöht, hinter der Fahne scheint direkt ein Wohnhaus zu stehen und man wird das Gefühl nicht los, dass das Grün nicht besonders tief ist. Wenn man dann daher eher etwas kürzer bleiben möchte, als den Ball ins Wohnzimmer der zu beneidenden Hausbesitzer zu prügeln und der Wind selbstverständlich in dem Moment, als der Ball gerade seinen höchsten Punkt erreicht hat, ganz leicht von vorne bläst, der Ball daher nur ganz knapp auf der vorderen Kante der Grüns aufkommt, dann hat man es bei seinem dritten Schlag mit einem wirklich anspruchsvollen Pitch zu tun, denn der Ball rollt sehr lang und ganz sicher wieder 20, 30 Meter zurück. Auf dem Grün stellt man dann fest, dass dieses gut 25 Meter tief ist und das das Haus dahinter völlig außerhalb der Reichweite war. Macht aber alles nichts, denn alles ist hier so nett. Die 17 und die 18 sind dann nochmal ein bisschen langweilig, aber ansonsten spielt sich der Platz extrem abwechslungsreich, die Blicke sind wundervoll und der Umstand, dass hohe Dünen die Fairways säumen, macht das Spielen hier zu einem besonderen Ereignis. Ich hoffe, dass ich in Zukunft noch öfter dort sein werde. Auch die Errichtung des vieldiskutierten und selbstverständlich pompösen Trump Platzes ein paar Minuten südlich machen es meiner Meinung nach zu einer Pflicht eines „echten“ Golfliebhabers, so oft wie möglich nach Cruden Bay zu kommen, um einen kleinen Beitrag zum Erhalt dieses Schatzes zu leisten.

 

Externe Links:

Cruden Bay Golfclub

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