Unterwegs: Ostküste, Tag 5: Golspie (Golf: Brora)

Am Abend ging es nach Golspie. Hier fand ich schnell ein kleines, unspektakuläres B&B für die nächsten zwei Nächte. Nachdem ich mich einigermaßen eingerichtet hatte, nutzte ich das fabelhafte Wetter und machte einen Spaziergang durch den kleinen Ort und um den dortigen Golfplatz.

Diesen hatte ich vor einigen Jahren schon einmal gespielt und ich war überrascht, wie gut ich mich immer noch daran erinnern konnte. Es ist gar nicht so einfach zu sagen, warum, aber obwohl mir der Platz stark im Gedächtnis geblieben ist und die äußeren Bedingungen wunderbar waren, verspürte ich nicht den Drang, hier am kommenden Tag abzuschlagen. Doch halt: Nun fällt mir auch wieder ein, aus welchem Grund sich diese Anlage so in meinem Kopf verewigte. Eine traumatische Erfahrung hat hierzu beigetragen. So erfuhr ich doch exakt auf diesem Platz, beim Spielen von Loch 14, davon, dass das Undenkbare geschehen war und der Lüdenscheider Vorortverein seinerzeit die erste Meisterschaft unter dem heutigen Trainer der Reds gewonnen hatte. Bis heute ist es mir ein Rätsel, wie diese junge Mannschaft nicht irgendwann begreifen musste, dass sie gar nicht gewinnen konnte. Kein Wunder also, dass mir die zudem recht originelle Anlage, die neben klassischem Linksgolf auch Anteile von Heath- und sogar Parklandkursen vereint, einerseits im Kopf geblieben und andererseits für alle Zeiten verleidet worden ist.

Am folgenden Morgen, der angenehm mild war, brach ich zu einem meiner absoluten Favoritenplätze auf. Brora ist nur noch ein paar Meilen von Golspie entfernt und ich war mir relativ sicher, dass ich mich nicht vorher um eine Startzeit bemühen musste. Auf diesem Platz hatte ich noch nie mehr als insgesamt vielleicht 10 Spieler gesehen und das auf einem exquisiten Kurs, der nur auf den ersten Blick etwas karg wirkt. Die Grüns sind üblicherweise top, die einzelnen Löcher sind originell und unterschiedlich gestaltet, die vier Par 3 Löcher stechen heraus und der gesamte Verlauf ist mit direktem, völlig unverstelltem Blick auf das Meer gesegnet. Dass ich diesen Platz dann fast für mich alleine hatte, in knapp 2,5 Stunden einen sehr gute Runde spielte und auch noch ordentliches Wetter hatte, hat mir einmal mehr bestätigt, dass dieser Ort für mich eine ganz besondere Bedeutung hat. Ich werde noch oft zurückkehren. Nach der Runde und einem Mittagessen im Clubhaus machte ich mich dann auf und fuhr noch ein ganzes Stück weiter nach Norden bis John o´ Groats, dem zwar nicht ganz, aber doch fast nördlichsten Punkt der britischen Hauptinsel. Die Fahrt hierher und vielleicht noch mehr die Rückfahrt wird durch wunderschöne Blicke auf Steilküsten und unglaublich weite Landschaften mehr als gerechtfertigt. Zudem macht die Fahrt auf den Serpentinenstraßen Spaß.

 

Externe Links:

Golspie Golfclub
Brora Golfclub
John O'Groats, das Ende der Welt

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok